Zunehmender Verkehr im VPN-Tunnel

“Sie müssen ab sofort im Home Office arbeiten!” Ein Satz, der wohl vielen Arbeitnehmer(innen) in der momentanen Krise bekannt vorkommt. Doch was ist mit den ganzen Daten, auf die man eigentlich nur Zugriff hat, während man in der Firma ist? Ein VPN ermöglicht es Ihnen, sich in das Unternehmensnetzwerk einzuklinken. Wenn man also schon nicht ins Büro kann, dann muss das Büro eben zu einem nach Hause kommen.

Was genau ein VPN ist, wofür Sie diesen einsetzen können und warum es gerade für Sie als Arbeitnehmer(innen) im Home-Office besonders wichtig ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was ist ein VPN?

VPN steht als Abkürzung für virtual private Network (auf Deutsch: virtuelles privates Netzwerk). Das klingt im ersten Moment viel komplizierter als es eigentlich ist.

Ihre internetfähigen Geräte zuhause sind über das WLAN oder einem Lan-Kabel mit dem Router verbunden. Dieses wird als ein geschlossenes Netzwerk bezeichnet.

Ein VPN ermöglicht es Ihnen, sich virtuell in ein solches Netzwerk einzuklinken. Dadurch wird Ihre eigentliche IP-Adresse geändert. Ab sofort kann nur noch die IP-Adresse des VPN-Servers zurückverfolgt werden.

Die Verbindung zwischen Ihnen (VPN-Client) und dem VPN-Server ist privat, denn sie wird verschlüsselt. Man kann sich das Ganze wie einen Tunnel vorstellen. Die Daten werden am Anfang des Tunnels (VPN-Client) verschlüsselt und am Ende (VPN-Server) entschlüsselt.
Bevor ich Ihnen nun die technischen Grundlagen eines VPN erkläre, räumen wir zuerst ein paar Fachbegriffe aus dem Weg.

VPN-Client
Ein VPN-Client ist das Programm, das eine verschlüsselte Verbindung zum VPN-Server aufbaut. Dieses können Sie auf einem internetfähigen Gerät oder Ihrem Router installieren.

VPN-Protokoll
Vereinfacht gesagt sind VPN-Protokolle das Material, aus dem die Wand des oben beschriebenen Tunnels besteht. Es handelt sich hierbei um die Methode, mit der die Daten verschlüsselt werden.

VPN-Server
Der VPN-Server ist das andere Ende des Tunnels. Hier werden Ihre Daten wieder entschlüsselt. Da Ihr gesamter Internetverkehr nun darüber geleitet wird, übernehmen Sie auch die IP-Adresse des Servers. Es besteht die Möglichkeit, sich mit Servern aus der ganzen Welt zu verbinden.

VPN-Anbieter

Ein VPN-Anbieter ist der Dienst, der Ihnen sein privates Netzwerk zur Verfügung stellt. Dafür müssen Sie lediglich ein Programm auf Ihrem Computer, Tablet oder Smartphone installieren. Die meisten Menschen nutzen diesen Dienst, um Ihre Online-Identität zu verschleiern oder geografische Sperren bestimmter Websites zu umgehen.

Der Unterschied zwischen einem VPN, einem Proxy und dem Tor-Netzwerk

Die Installation eines VPN ist nicht die einzige Methode, um seine Online-Identität zu verschleiern. Um Verwirrung vorzubeugen, stelle ich Ihnen die wichtigsten einmal kurz vor.

Proxy-Server
Ein Proxy-Server ist mit einem VPN vergleichbar. Der einzige Unterschied: die Verbindung zum Proxy-Server ist nicht verschlüsselt.

Stellen Sie sich den Tunnel einmal bildlich vor. Bei einer VPN-Verbindung ist der Tunnel blickdicht – niemand kann die Daten sehen, die Sie verschicken. Der Tunnel eines Proxy-Servers hingegen besteht aus Glas – Ihr Internetanbieter oder die Betreiber öffentlichen WLANs können immer noch sehen, welche Websites Sie aufrufen.

Tor-Netzwerk
Das Tor-Netzwerk ist eine Alternative zu einem VPN, das zu Ihrer Anonymität im Internet beiträgt. Sie können es mit Hilfe des Tor-Browsers benutzen. Um ein Tor-Netzwerk betreten zu können, müssen Sie sich zuerst mit einem Eingangsknoten (Entry Node) verbinden. Dieser kennt Ihre originale IP-Adresse.

Danach werden Ihre Daten an die nächsten Tor-Knoten geleitet. Diese Vorgänge werden verschlüsselt und Ihre echte IP-Adresse ist nicht mehr ersichtlich. Insgesamt gibt es 3 Knotenpunkte.

Nach dem letzten Knoten verlassen Ihre Daten das Netzwerk – jedoch komplett unverschlüsselt. Dadurch entsteht die Gefahr, dass Ihre Daten gestohlen werden.

Verschiedene Verschlüsselungs-Protokolle im Überblick

Nun wieder zurück zum VPN. Es gibt verschiedene Arten von Verschlüsselungs-Protokollen, die ich Ihnen kurz erläutern möchte.

Open VPN
OpenVPN wird von den meisten Anbietern genutzt, da es als sicherstes Protokoll gilt. Dabei werden verschlüsselte TLS/SSL-Verbindungen über OpenSSL genutzt.

Layer Two Tunneling Protocol/IPSec (L2TP/IPSec)
Das Verschlüsselungsprotokoll L2TP wird als L2TP/IPSec genutzt, um eine Verschlüsselung der Daten zu ermöglichen. Es ist leichter das Protokoll zu blockieren, da ein UDP-Port 500 verwendet wird. Dieser kann nicht versteckt werden.

Point-to-Point Tunneling Protocol (PPTP)
Das Point-to-Point Tunneling Protocol (PPTP) wird häufig verwendet, gilt aber als unsicher und sollte daher vermieden werden. Die Verschlüsselung ist nicht zuverlässig und die Technik veraltet.

Secure Socket Tunneling Protocol (SSTP)
Das Secure Socket Tunneling Protocol (SSTP) hingegen gilt als sehr sicher. Dieses Protokoll soll selbst Firewalls umgehen können, indem es verschlüsseltes HTTP und den Port 443 nutzt.
Um eine gute Lösung für mobile Endgeräte zu bieten, nutzt dieses Verschlüsselungsprotokoll außerdem das Internet Key Exchange Protocol Version 2 (IKEv2).

Typische Einsatzzwecke für ein VPN

Ein VPN kann sowohl im beruflichen Umfeld als auch im privaten Gebrauch praktisch sein. Im Folgenden erkläre ich Ihnen die 3 wichtigsten Einsatzzwecke für ein VPN.

Zugriff aufs private oder berufliche Netzwerk

Mit einem VPN können Sie von überall auf der Welt auf ein privates oder berufliches Netzwerk zugreifen. Gerade in der momentanen Krise, wo viele Arbeitnehmer(innen) im Home-Office arbeiten, erweist sich ein VPN als sehr praktisch.

So können Sie von zuhause aus auf das interne Unternehmens-Netzwerk Ihrer Firma zugreifen, um Datenbanken oder sonstige wichtige Informationen zu erhalten.

 

Internet-Aktivität verschleiern und Privatsphäre schützen

Wie bereits schon erwähnt, können Sie mit einem VPN Ihre Online-Identität verschleiern. Die Kommunikation wird verschlüsselt (blickdichter Tunnel) und Ihre IP-Adresse wird durch die des Servers ersetzt.

Doch Vorsicht: Sie schützen somit zwar Ihre Privatsphäre, eine veränderte IP-Adresse bedeutet aber nicht automatisch, dass Sie sich von nun an völlig anonym im Internet bewegen können.

 

Geo-Restriktionen und -Zensuren umgehen

Nicht überall auf der Welt hat man solch einen freien Zugang zum Internet wie in Deutschland. Einige Länder wie beispielsweise China schränken den Zugriff auf das Internet stark ein.

Ein VPN hilft Ihnen dabei, diese Art von Sperren zu umgehen, indem Ihr Standort geändert wird. Nicht nur Ihr Internetanbieter hat keine Einsicht mehr in Ihre Online-Aktivitäten, auch die Regierung kann Ihre Schritte nicht mehr verfolgen.

 

Fazit: Ein VPN bringt Ihnen das Büro nach Hause

Gerade in der jetzigen Krise ist das Thema VPN interessant. Es handelt sich dabei um eine Technologie, die Ihnen den Zugriff auf das Unternehmensnetzwerk ermöglicht – und das ohne dafür ins Büro zu müssen.

Ein VPN setzt auf Verschlüsselung. Ihre Daten werden geschützt und abhörsicher übermittelt.

Darüber hinaus ist ein VPN auch für private Zwecke nützlich. Sie können Geo-Restriktionen umgehen und Ihre Internetaktivitäten verschleiern.

Lena Gruber

Lena Gruber
Lena Gruber
Privacy Tutor

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