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Kann Werbung Klima?

Wer nach „nachhaltigem Marketing“ sucht, findet meistens Tipps, wie das Unternehmen möglichst nachhaltig nach außen dargestellt werden kann.

Darum geht es in diesem Beitrag nicht. Mich hat lange die Frage umgetrieben, wie auch die Werbemaßnahmen selber ökologisch umgesetzt werden können. Denn mal ganz ehrlich:

Wir Werber machen Flyer, Kataloge, Verpackungen, Webseiten, Mailings, Werbegeschenke … Lauter Sachen, die verführerisch aussehen, aber letztlich auf dem Müll landen und bis dahin jede Menge CO2 verursacht haben.

Tatsächlich gibt es eine ganze Menge Möglichkeiten, in der Werbung CO2 zu sparen. Und das kurz vorab: meistens wird die Werbung besser, weil man sich an einigen Stellen einfach mehr Gedanken machen muss.

Den größten Ansatz bietet zunächst die Druckproduktion, also Papier, Farbe und Veredelung.

  • Vermehrt Altpapier. Es gibt inzwischen wirklich wunderbare Recyclingpapiere, die sich in Aussehen und Farbbrillanz nicht von herkömmlichen Papieren unterscheiden — und zudem oft eine deutlich angenehmere Haptik haben. Sehr weit verbreitet sind hier „Mundoplus“ oder „Circle Offset“. Eine gute Orientierung bieten übrigens die Papiersiegel, insbesondere der „Blaue Engel“. Doch obwohl es in der Produktion weniger Rohstoffe und weniger Wasser benötigt, ist der Kreislauf auch hier nicht unendlich: Die Papierfasern werden mit jedem Recycling kürzer, es müssen immer wieder Frischfasern hinzugefügt werden.
  • Möglichst geringe Grammatur. Es macht natürlich oft etwas her, ein kräftiges Papier in den Händen zu halten. Aber ist das immer notwendig?  Die entscheidende Frage ist, welches Ziel verfolgt die Drucksache: für die Massenverteilung reicht meist ein geringeres Papiergewicht. Soll es „Eindruck“ machen oder bleibt lange in Verwendung, darf es dicker sein.
  • Optimiertes Format. Flyer, Visitenkarten oder Plakate werden normalerweise auf Papierbögen gedruckt und entsprechend zugeschnitten. Was liegt also näher, als das Format so zu berechnen, dass möglichst wenig vom Bogen als Abfall anfällt?! Das ist nicht zwingend das Standard-DIN-Format. Auch andere Größen sind möglich und sinnvoll. Aber das sollte zu Beginn der Gestaltung geplant und mit der Druckerei abgestimmt werden. Ganz ohne Abfall geht es übrigens nicht. Alle Druckereien brauchen einen kleinen sogenannten „Anschnitt“ von 1 bis 3 mm umlaufend um jede Seite, der generell entsorgt wird.
  • Gut kalkulierte Auflage. Es ist verlockend, eine etwas höhere Auflage zu bestellen, weil der zusätzliche Preis verschwindend gering ist. Aber ich halte es für sehr wichtig, die benötigte Menge möglichst realistisch einzuschätzen. Das beinhaltet vorab den Empfängerkreis festzulegen und die „Lebensdauer“ zu planen. Alles was darüber hinaus liegen bleibt, wird alt, ist nicht mehr aktuell und landet schließlich auf dem Müll.
  • Mit Farbe und Veredelung sparsam sein. Denn alles was auf das Papier aufgebracht wird, muss im Recyclingprozess wieder entfernt werden. Meist mit Wasser und Chemie: Ein aufgeräumtes, eher minimalistisches Design mit viel „Weißraum“ spart nicht nur Farbe, sondern ist auch übersichtlicher. Bilder und Farben müssen nicht zwingend immer randfüllend gedruckt werden. Wenn Bilder und Farbe bis an den Seitenrand reichen, muss der Farbauftrag zwingend auch auf dem Anschnitt gedruckt werden, damit später keine „weißen Blitzer“ zu sehen sind. In dem Fall landet die hier verwendete Farbe gleich mit auf dem Müll.
    Auch Veredelungen bitte nur dort einsetzen, wo sie eine wirkliche Funktion haben.
    Also das Produkt haltbarer machen oder so hochwertig sind, dass sie länger verwendet werden.

Hier abzuwägen erfordert viel Wissen um die Herstellungsprozesse. Wer an dieser Stelle auf Nummer sicher gehen will, vertraut auf Druckereien, die das Thema Nachhaltigkeit offensiv — und nicht nur als „greenwashing“ — in ihre Unternehmensphilosophie aufgenommen haben. Auf https://www.umdex.de gibt es eine ganz gute Übersicht, welche Druckereien hier aktiv sind und welche Schwerpunkte sie legen.

Doch auch die Onlinewerbung hat CO2-Sparpotential, denn große Datenmengen fressen viel Speicher. Die Server müssen betrieben und gekühlt werden und bei jedem Aufruf der Seite werden die Daten hin- und hergeschickt – auch das verbraucht Energie.

Pro Kopf verbrauchen wir zurzeit übrigens 0,85 Tonnen CO2 pro Jahr für die Informationstechnologie: Für die Produktion der notwendigen Geräte, für den Betrieb von Servern und Rechenzentren und für den Datentransfer. (Nur mal als Vergleich: Klimaneutral würden wir leben, wenn wir pro Kopf 2 Tonnen CO2 pro Jahr verbrauchen, tatsächlich sind es im Durchschnitt aber 12 Tonnen).

  • Bilder und Videos verbrauchen viel Platz. Die Optimierung hinsichtlich Größe, Format und Auflösung sollte Standard sein!
  • JPG statt PNG. JPG-Bilder sind meist kleiner. Das große PNG ist nur nötig, wenn transparente Bildebereiche vorhanden sind.
  • Videos nicht automatisch abspielen, denn die Daten werden sofort übertragen, auch wenn es den Nutzer nicht interessiert.
  • Wenig Code. Eine schlanke Programmierung oder die Wahl eines möglichst reduzierten CMS. Trägt übrigens auch zur Schnelligkeit der Seite bei.
  • Nur den notwendigen Code ausliefern.
  • Relevanter Inhalt. Auch das hält eine Webseite schlank: nur die Informationen veröffentlichen, die für Nutzer relevant sind.
  • Regelmäßig löschen. Aufräumen gilt auch im Netz. Alte Bilder und Seiten nicht einfach auf dem Server versauern lassen, sondern regelmäßig löschen spart Speicherplatz.
  • Hoster mit grünem Strom. Eine Übersicht gibt es hier:
    https://www.thegreenwebfoundation.org/directory/
  • Hier kann der CO2-Verbrauch von Webseiten geprüft werden:
    https://www.websitecarbon.com
    Ein interessantes Tool …!

 

Mit ein paar kleinen Stellschrauben sind im Werbealltag also viele kleine Schritte zu erreichen!

Monika Moche
Monika Moche
Grafikbüro

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